IKS Workshop in Salzburg - ein Überblick

Am 12.-13. Juni fand in Salzburg das 7. IKS Workshop statt. Über 100 Experten und Berufstätigen haben sich versammelt um über den Ist-Zustand und die Zukunftsvisionen von Linked Data, Suche und das Semantic Web zu diskutieren. In diesem Blogpost werde ich einen Überblick über die besprochenen Themen geben, und mit den wichtigsten Erkenntnissen abschließen.

Im Umfang des Workshops war Apache Stanbol der bedeutendste Schwerpunkt der Präsentationen. Dieser Open Source Technologiestack wurde als Ergänzung zu herkömmlichen CMS-Systeme (wie z.B. Drupal, Symfony, OpenCMS, etc.) konzipiert, und erlaubt flexible semantische Anreicherung von unstrukturierten Daten. Dabei sind keine strukturellen Änderungen in den CMS-Systeme notwendig. Die Kommunikation mit Apache Stanbol geschieht über REST Schnittstellen, die konfigurierbar sind, um den Wünschen der Benutzer, bzw. die Anforderungen der Applikationen zu erfüllen.

Die Präsentationen am ersten Tag hatten ihr Fokus auf die Business Seite gelegt. Mehrere Firmen, die an dem IKS Early Adopters Program teilgenommen haben, präsentierten die Vorteile, die die Integration von Stanbol in Ihr Technologiestack mit sich gebracht hat. Die Anwendungsgebieten waren sehr vielfaltig – von einfaches Taggen von Texten bis hin zu maschinelles Lernen zwecks Klassifikation und Benutzerempfehlungen. Auch BabelMonkeys waren in Kooperation mit DBpedia Spotlight in dieses Programm vertreten. Im Laufe der vergangenen zwei Monaten wurde die Funktionalität von DBpedia Spotlight in Apache Stanbol integriert, so dass sie selbstständig oder in Kombination mit anderen Stanbol Komponenten benutzt werden kann. Vielen Dank an Pablo Mendes an der Stelle, der Mitbegründer des DBpedia Spotlight Projekts, für die vielen anregenden Diskussionen und wertvollen Input, die diese Integration unterstützt haben.

Am zweiten Tag waren die Vorträge technischer Natur, und haben einen detaillierten Einblick in Apache Stanbol und deren Komponenten ermöglicht. Das Team, welches an deren Entwicklung mitgewirkt hat, präsentierte diverse Use-Case Szenarien und die geeignetsten Strategien für deren Realisierung. Henri Bergius hat eine spannende Präsentation über VIE & VIE Widgets gegeben, was diverse UI Komponenten gedeckt hat, die den Umgang mit vom Stanbol generierten semantischen Daten sehr erleichtern. Des Weiteren hat Rupert Westenthaler, der führende Entwickler des Stanbol Projekts, die wichtigsten Komponenten detailliert erklärt.

Die wichtigsten Erkenntnissen des Events waren für mich, dass semantische Technologien immer mehr an Bedeutung und Popularität gewinnen. Beide Keynote-Talks, von Alan Pelz-Sharpe (Research Director bei 451 Research ) und Danny Ayers (Semantic Web Pionier) haben eine tolle Einführung in dem Ist-Zustand der Suche im Business und im Web Bereich, sowie auch die aktuellen Herausforderungen gegeben. Einer der Hauptprobleme, die oft genannt wurden, war die Qualität der Daten, die durchsucht oder angereichert werden sollen. Diese bilden die Grundlage des Systems, was deren effektiven Nutzung ermöglichen soll, und stehen somit in direkter Relation zu der Qualität des Systems. Dies macht auch den Einsatz von Arbeitskräften notwendig, die für die Administration und stetige Pflege der Daten und die optimalsten Suchmechanismen verantwortlich sind. Dazu sind jedoch nur wenige Firmen bereit Budget einzuplanen. Es herrscht die allgemeine Annahme, dass Suchtechnologien einfach “as is” installiert und benutzt werden können, was allerdings selten ohne weiteres die Ergebnisse liefert, die man sich wünscht.

Das Fazit des Events, die von der allgemeine Stimmung der Beteiligten unterstützt wurde, ist dass Apache Stanbol ein robuster Technologiestack ist, der die Funktionalität einer gegebenen CMS wesentlich verbessern kann, ohne das strukturelle Änderungen an der CMS selbst notwendig sind. Der modulare Aufbau und die aktive Community versprechen auch viele Erweiterungen und Verbesserungen in der Zukunft.